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Jutta Ditfurth: "Zeit des Zorns"

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Redical [M] am 14.01.2010 im Kino Lumiere, Göttingen . Jutta Ditfurth zeigt in Zeit des Zorns wie das Kapital sich die Weltwirtschaftskrise zunutze macht, um sich der restlichen sozialen und demokratischen Menschenrechte und der ökologischen Erfordernisse zu entledigen. Sie fragt, wo die strategischen Schwachpunkte des Systems liegen. Die Weltwirtschaftskrise wird nicht zum Zusammenbruch des Kapitalismus führen. Im Gegenteil: Es besteht die Gefahr, dass er gestärkt aus ihr hervorgeht.   Die Krise des Kapitalismus führt lange nicht zu seiner Überwindung. Im Gegenteil erscheint die Krise als Moment, in dem zunehmend ArbeitnehmerInnenrechte eingeschränkt, Bildung nur von Kaufkraft abhängt, die Kluft zwischen Armut und Reichtum aufreisst...
Kurz: Menschenrechte abgebaut werden, um den Kapitalismus gestärkt aus der Krise gehen zu lassen. Doch was ist mit dem Kapitalismus als permanente Krise?

Es wird viel geredet über einen "außer Rand und Band geratenen Kapitalismus". Sich sozialer Gerechtigkeit, Bildung, Armut, ... anzunehmen, sind Schlagworte einer Politik und Parteienlandschaft, die das Ideal einer humaneren Gesellschaft schon längst nicht mehr vertritt. Die Unzufriedenheit über ein menschenverachtendes System führt zu Wut und Zorn. Die Ohnmacht, diesem System scheinbar nicht die Stirn bieten zu können führt zu Resignation. Widerstand zu Überwachung und Repression.

"Soziale Gerechtigkeit" und "Freiheit" stehen mehr denn je zur Disposition. Die derzeitige Wirtschaftskrise ist nicht die Folge eines ungezügelten „Raubtierkapitalismus“. Der Kapitalismus ist schon im Normalzustand eine Katastrophe. Es gibt ihn nicht ohne stetig wachsende Ausbeutung von Arbeitskräften und Natur. Er lässt sich nicht zähmen oder mit Reformen in eine humane Gesellschaft überführen. Menschen werden durch ihn in die Armut gedrängt, leiden und sterben.

Wo also ist heute das Korrektiv gegen das selbstherrliche Agieren von Politik und Wirtschaft? Was ist aus all den linken Hoffnungen geworden? Ist die Intervention für linke Gruppen in Bezug auf die „Weltwirtschaftskrise“ vielleicht einer neuer Anknüpfungspunkt?  Wie kann linke Intervention und Organisierung heute überhaupt aussehen? Welche Perspektiven haben soziale Bewegungen heutzutage ?

Über die Referentin:
Jutta Ditfurth ist Sozialwissenschaftlerin und Publizistin, war Mitgründerin der Grünen und von 1984 bis 1988 deren Bundesvorsitzende, 1991 trat sie aus der Partei aus. Seit 2001 bis 2008 war sie Stadtverordnete für ÖkoLinX – Antirassistische Liste im Frankfurter Stadtparlament Seit 1970 ist sie aktiv in der außerparlamentarischen Linken.

Mitschnitt der Göttinger Veranstaltung vom 14.01.2010:


Download als Audiofile (mp3 oder Ogg Vorbis) unter http://www.archive.org/details/Jutta_Ditfurth_Zeit_des_Zorns_14_01_010_Goe

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